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Stark Varg an der Strecke laden. Wie lange hält der Akku und wann lädst du nach?

Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026

Im Hobbytempo komme ich mit einem vollen Akku meiner Stark Varg MX im Schnitt ungefähr eine Stunde reine Fahrzeit weit, auf Hartboden etwa zwanzig Prozent länger, auf tiefem Sand spürbar kürzer. In der Praxis sind das vier Sessions zu 15 Minuten oder drei zu 20 Minuten, danach steht die Anzeige unter zehn Prozent. Wer länger fahren will und an der Strecke keinen Stromanschluss hat, braucht eine zweite Energiequelle, und bei mir ist das inzwischen eine mobile Powerstation, die an einem Trainingstag rund eine halbe Stunde zusätzliche Fahrzeit bringt, wenn man sie in den Pausen richtig einsetzt.

Wie lange der Akku im Hobbybetrieb reicht

Die Stunde ist mein eigener Erfahrungswert, gefahren im Tempo eines Hobbyfahrers, der seine Runden dreht, ab und zu einen Sprung mitnimmt und keine Rennzeiten jagt. Stark selbst gibt für das MX-Modell je nach Fahrer und Boden zwischen gut einer halben und anderthalb Stunden an, wobei die kurzen Werte für schnelle Fahrer auf schwerem Boden gelten. Auf tiefem Sand und in ausgefahrenen Rillen zieht das Motorrad deutlich mehr Strom als auf festem Boden. In Berching ist bei mir nach rund 45 Minuten Schluss, auf hartem Boden wie beim MSC Stiftland komme ich über die Stunde hinaus.

Wert Quelle
Akku Varg MX Gen 1 (mein Bike) 6,5 kWh Stark Future, Stand 02.10.2026
Akku Varg MX 1.2 (aktuell) 7,2 kWh Stark Future, Stand 02.10.2026
Ladegerät 3,3 kW, 16 A Stark Future
Ladezeit 0 bis 100 % an 230 V ca. 2 Stunden Stark Future
Fahrzeit Hobbytempo, tiefer Sand ca. 45 min eigene Erfahrung
Fahrzeit Hobbytempo, Durchschnitt ca. 60 min bis 10 % eigene Erfahrung
Fahrzeit Hobbytempo, Hartboden ca. 70 min bis 10 % eigene Erfahrung

Wie sich der Akku über gut zwei Jahre geschlagen hat, steht im Langzeittest der Stark Varg MX.

Mein erster Versuch mit dem Stromaggregat

Am Anfang habe ich das gemacht, was fast alle machen, und ein Stromaggregat mit an die Strecke genommen. Technisch funktioniert das, solange das Aggregat die gut drei Kilowatt Dauerleistung schafft, die das Ladegerät zieht. Gepasst hat es trotzdem nicht. Ich stand mit einem Motorrad, das man auf dem Parkplatz kaum hört, in der Mittagspause neben einer knatternden Benzinkiste, hatte einen Kanister im Kofferraum und durfte mir im Fahrerlager anhören, dass ich ja doch Benzin brauche. Ganz unrecht hatten die Zweitaktfahrer damit nicht, und die Mittagspause ist auf vielen Strecken ausgerechnet die Zeit, in der Ruhe sein soll. Nach ein paar Wochenenden habe ich mich nach etwas umgesehen, das leiser ist und keinen Kanister braucht.

Warum ich jetzt mit einer Powerstation fahre

Geworden ist es die FOSSiBOT F3600 Pro. Den Ausschlag gab die Form, denn das Gerät ist hochkant gebaut wie ein PC-Tower und steht im Transporter neben dem Motorrad, ohne dass ich dafür die halbe Ladefläche freiräumen muss. Leicht ist sie mit rund 42 Kilo nicht, allein trage ich sie nur ungern über die nasse Wiese ins Fahrerlager. Wichtig war mir die Dauerleistung von 3.600 Watt am 230-Volt-Ausgang, weil die Varg damit mit vollen 3,3 Kilowatt lädt und nicht gedrosselt wird.

Display der FOSSiBOT F3600 Pro beim Laden der Stark Varg, 97 Prozent und 2.162 Watt Abgabe
Station bei 97 %, die Varg hängt dran.
F3600 Pro Wert
Kapazität 3.840 Wh, LiFePO4
Dauerleistung AC 3.600 W (Spitze 7.200 W)
Laden an der Steckdose bis 2.200 W, ca. 2 Stunden
Laden mit Solar bis 2.000 W
Gewicht ca. 42 kg
Maße 609 × 476 × 321 mm
Zyklen 6.500 bis 50 % Restkapazität
Preis 1.429 € (Herstellershop, reduziert, Stand 02.10.2026)

Quelle: Herstellerangaben FOSSiBOT, abgerufen am 02.10.2026.

Was die Powerstation an Fahrzeit bringt

Auf dem Papier stecken 3.840 Wattstunden in der Station, das ist mehr als die Hälfte meines Varg-Akkus. Auf dem Weg ins Motorrad geht davon ein Teil verloren, weil der Wechselrichter aus dem Akku der Station erst 230 Volt Wechselstrom macht und das Ladegerät der Varg daraus wieder Gleichstrom. Ich rechne mit etwa 85 Prozent Wirkungsgrad, das ist eine Schätzung und kein Messwert. Damit kommen rund 3,3 Kilowattstunden im Bike an, gut eine halbe Akkuladung der Gen 1 und bei meinem Tempo ungefähr 30 Minuten zusätzliche Fahrzeit. Aus vier Sessions zu 15 Minuten werden so sechs. Bei voller Ladeleistung ist die Station nach etwa einer Stunde am Ladekabel leer.

Wann du nachladen solltest

Die eigentliche Frage ist, wann man lädt. Die Varg verbraucht beim Fahren im Schnitt ungefähr doppelt so viel Leistung, wie das Ladegerät in derselben Zeit zurückbringt. Jede gefahrene Minute braucht also etwa zwei Minuten am Ladekabel, bis sie wieder drin ist, und bei 15 Minuten Fahrt wären das um die 30 Minuten Pause, damit der Ladestand von Session zu Session gleich bleibt.

Weil die Energie in der Station begrenzt ist, holt kein Rhythmus mehr als diese halbe Stunde zusätzliche Fahrzeit heraus. Der Rhythmus entscheidet aber, wie lang dein Tag wird, ob du zwischendurch auf Strom warten musst und ob am Ende noch Energie ungenutzt in der Station steckt. Ich hänge die Varg deshalb ab der ersten Pause an die Station, solange darin noch etwas ist. Bei 15 Minuten Fahrt und 20 Minuten Pause ist die Station nach der dritten Pause leer, das Motorrad steht dann noch bei gut drei Vierteln, und die restlichen Sessions fahre ich ohne Nachladen. Nach gut drei Stunden ist der Tag vorbei, mit anderthalb Stunden reiner Fahrzeit.

Zwei Dinge habe ich dabei gelernt. Über etwa 90 Prozent lädt die Varg spürbar langsamer, eine Pause, in der das Bike ohnehin fast voll ist, nutzt die Station also schlecht. Und wer längere Pausen macht, weil der Nachwuchs auch noch fahren will oder weil nach drei Sessions der Armpump einsetzt, kann die Station auch erst später anstecken, an der Gesamtfahrzeit ändert das kaum etwas.

Probier deinen eigenen Rhythmus im Rechner aus. Die Werte sind auf meine Erfahrung voreingestellt, du kannst sie an dein Tempo und deinen Boden anpassen.

M008 · Werkzeug

Lade-Rhythmus-Rechner

Boden
Strom
Annahmen anpassen
–Fahrzeit gesamt
–Sessions
–Tag dauert
–Warten auf Strom
Varg Powerstation Fahren

    Modell mit Minutenschritten. Über 90 % rechnet der Rechner mit halber Ladeleistung, reicht der Akku nicht für eine volle Session, wird die Pause verlängert, solange Strom da ist. Erfahrungs- und Schätzwerte, ohne Gewehr und Gewähr.

    Stark Varg MX mit Startnummer 79 vor dem ONDIRT-Transporter im Fahrerlager
    Fahrerlager, Pause, Kabel dran.

    Strom an der Strecke

    Am bequemsten ist natürlich eine Steckdose an der Strecke, dann lädst du so lange, wie die Pausen es hergeben, und der Rechner zeigt dir mit der Einstellung „Netzstrom", welcher Rhythmus den Ladestand stabil hält. Wo es Strom gibt und wo E-Dirtbikes überhaupt fahren dürfen, trage ich nach und nach in die Dirt Map ein. Manche Vereine geben E-Crossern inzwischen sogar längere Fahrzeiten, mehr dazu in Sound of Freedom. Und wenn die Saison vorbei ist, gehört der Akku richtig eingelagert, wie das geht, steht im Manual Akku überwintern.

    Alle Angaben ohne Gewehr und Gewähr. Fahrzeiten sind meine Erfahrungswerte im Hobbytempo, Herstellerangaben Stand 02.10.2026, der Wirkungsgrad von 85 Prozent ist geschätzt. Die FOSSiBOT habe ich selbst gekauft und bezahlt, es gibt keine Kooperation und keinen Affiliate-Link. Für das Geld finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet.

    Kurz beantwortet

    Kann ich die Stark Varg mit einer Powerstation laden?
    Ja, wenn die Station am 230-Volt-Ausgang dauerhaft genug Leistung für das 3,3-kW-Ladegerät liefert. Ich nutze eine Station mit 3.600 Watt Dauerleistung, kleinere Geräte dürften bei dieser Last in den Überlastschutz gehen.

    Wie viel zusätzliche Fahrzeit bringt eine Powerstation mit 3.840 Wh?
    Bei mir etwa 30 Minuten im Hobbytempo. Nach Wandlungsverlusten kommen rund 3,3 kWh im Motorrad an, ungefähr die Hälfte einer Akkuladung.

    Wie lange muss ich pausieren, damit der Ladestand gleich bleibt?
    Etwa doppelt so lange, wie du gefahren bist. Nach 15 Minuten Fahrt also um die 30 Minuten am Ladegerät mit 3,3 kW.

    Wie lädt man die Powerstation selbst wieder auf?
    Zuhause an der Steckdose mit bis zu 2.200 Watt in rund zwei Stunden, laut Hersteller. Mit Solarmodulen geht es mit bis zu 2.000 Watt auch unterwegs.

    Stromaggregat oder Powerstation?
    Ein Aggregat liefert so lange Strom, wie Benzin im Tank ist, macht aber Lärm und braucht Sprit. Die Powerstation ist leise und begrenzt, für einen Trainingstag mit vier bis sechs Sessions hat sie mir bisher gereicht.

    Christian J. Reisnecker

    Schickt mir eure Ideen, Fragen und Kommentare, ich lese alles. Und wenn ihr es besser wisst, erst recht.

    Euer Christian

    Aus den Manuals. Nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewehr und Gewähr, und keine Rechtsberatung.

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