Über den Umgang mit Kälte, Ladezuständen und längeren Standzeiten habe ich mir schon bei meinem ersten E-Bike Gedanken gemacht, lange bevor die Stark in die Garage einzog. Inzwischen wollen bei mir gleich mehrere Akkus gut durch den Winter kommen, die E-MTBs, die Varg und die Powerstation obendrauf. Dieses Manual ist die Zusammenfassung aus Herstellerangaben und dem, was sich bei mir über die Jahre bewährt hat.
Lithium-Ionen-Zellen mögen zwei Dinge nicht, nämlich die Extreme. Monatelang voll geladen stehen stresst die Zellchemie genauso wie tiefentladen in der Ecke vergessen. Dazu kommt, dass das Batteriemanagement auch im Stand ein wenig Strom zieht. Ein Akku, der im November mit 30 Prozent eingelagert wird, kann im März tiefentladen sein, und genau dann wird es teuer. Kälte verschärft das Ganze, unter null Grad darf ein Lithium-Akku außerdem nicht geladen werden.
| Hersteller | Ladezustand fürs Lager | Besonderheit |
|---|---|---|
| Stark Future | rund 60 % (20 bis 80 % okay) | kühl und trocken, alle 1 bis 2 Monate prüfen |
| Surron / Talaria | 50 bis 70 % | BMS zieht dauerhaft Strom, monatlich prüfen, unter 50 % wieder auf 70 % laden |
| Bosch (E-MTB) | 30 bis 60 % | ideal bei 15 bis 20 Grad Raumtemperatur |
| Shimano STEPS | rund 70 % | trocken und belüftet lagern |
Die Zahlen streuen etwas, der gemeinsame Nenner ist aber klar. Halber Tank, kühl aber frostfrei, trocken, und regelmäßig nachschauen. Wer sich um die 50 bis 60 Prozent einpendelt, macht bei keinem der Systeme etwas falsch.
Bei mir steht die Varg so lange in der Garage, wie die Temperaturen mitspielen. Geht es dort Richtung null Grad, ist bei uns meistens ohnehin Saisonende, und dann wandert das komplette Bike in den Keller, denn der Akku lässt sich bei der Stark nicht entnehmen. Im Keller ist es konstant kühl, trocken und frostfrei, also genau das, was die Zellen wollen.
Die E-MTBs machen auch im Winter Spaß und werden regelmäßig gefahren, überwintern bei mir aber trotzdem im wärmeren Keller statt in der Garage. Der Grund ist simpel. Je kälter der Akku beim Start, desto geringer die Reichweite, es lohnt sich also, wenn er nicht allzu kalt in die Runde geht. Und fürs Laden gilt weiterhin, erst auf Raumtemperatur kommen lassen, dann ans Netz.
Das eigentliche Risiko beim Überwintern ist das Vergessen. Deshalb habe ich mir einen festen Rhythmus angewöhnt, alle drei Wochen kurz auf den Ladestand schauen und bei Bedarf auf 60 Prozent nachladen. Fünf Minuten, die einen Akku im Wert von einem guten Gebrauchtbike retten können.
Damit du es nicht dem Gedächtnis überlassen musst, kannst du dir hier die Erinnerung direkt in deinen Kalender legen. Zeitraum wählen, runterladen, die Datei öffnet sich in Apple Kalender, Google Kalender oder Outlook, und ab dann klopft alle drei Wochen der Akku-Check an.
Bei wie viel Prozent lagere ich den Akku über den Winter?
Um die 50 bis 60 Prozent. Stark empfiehlt rund 60, Surron und Talaria 50 bis 70, Bosch 30 bis 60, Shimano rund 70. Voll oder leer ist bei allen falsch.
Wie oft muss ich im Winter nach dem Akku schauen?
Alle drei bis vier Wochen reicht. Fällt der Ladestand unter 50 Prozent, wieder auf 60 bis 70 Prozent nachladen.
Darf der Akku in der kalten Garage bleiben?
Solange es frostfrei bleibt, ja. Geht es Richtung null Grad, gehört er an einen kühlen, trockenen, frostfreien Ort, zum Beispiel in den Keller.
Kann ich den Akku bei Minusgraden laden?
Nein. Unter null Grad darf ein Lithium-Akku nicht geladen werden. Erst auf Raumtemperatur kommen lassen, dann ans Ladegerät.
Gilt das auch für E-MTB-Akkus von Bosch und Shimano?
Ja, die Regeln sind dieselben. Wer im Winter weiterfährt, nimmt den Akku bei Frost mit ins Warme und lädt ihn erst, wenn er akklimatisiert ist.
Aus den Manuals. Nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewehr und Gewähr, und keine Rechtsberatung.